Feb 14
Kommt es jetzt doch? Neue Gespräche über DVB-H
Im Gegensatz zum „großen Bruder“ DVB-T hat es das Handyfernsehen DVB-H – zumindest in Deutschland -, noch nicht auf den Massenmarkt geschafft. Immer bessere und leistungsfähigere UMTS-Netze und DVB-T-fähige Handys lassen an der Sinnhaftigkeit eines weiteren Verbreitungswegs zweifeln. Ungeachtet dessen laufen neue Gespräche über die Vergabe der entsprechenden Frequenzen. Kommt es also doch, das Handyfernsehen?
Telekom will neuen Anlauf
Die derzeit ungenutzten Frequenzen scheinen bei der Deutschen Telekom Interesse geweckt haben. Zusammen mit dem Medienunternehmen Constantin Medien möchten die Bonner Bundesligaspiele aufs Handy bringen. Bereits zur Fußball-Europameisterschaft 2008 startete T-Home einen Modellversuch – die große Nachfrage brachte die Netze zum Zusammenbrechen.
Nachfrage Voraussetzung für DVB-H
Bis März wird nun die zuständige Komission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) über einen eventuellen Neustart und dazugehörige Konditionen des Handy-Fernsehens entscheiden. „Wir haben immer betont, dass nur konkrete Interessensbekundungen die Tür für einen Neustart von DVB-H öffnen können”, so der Vorsitzende der ZAK Thomas Langheinrich gegenüber dem Mediendienst „teltarif“, “Interessenten müssen dazu mit den Sendernetzbetreibern, Rundfunkanbietern und Mobilfunkunternehmen Vorklärungen erreicht haben. Daraus muss deutlich hervorgehen, wie die geplante Zusammenarbeit realisiert werden soll und wie die wirtschaftliche Tragfähigkeit aussieht. Denn ein System, das sich wirtschaftlich nicht trägt, wird auch der Vielfalt nicht zur Geltung verhelfen können”.
Will der Markt DVB-H?
Trotz wirtschaftlich arbeitenden Modellen in anderen europäischen Ländern wie beispielsweise Italien wird es wohl sehr schwer Handy-TV in Deutschland zu etablieren und daraus ein tragfähiges Geschäftsmodell zu machen. Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Zum einen existiert bereits ein beinahe flächendeckendes System Fernsehen terrestrisch zu übertragen – DVB-T. Leistungsstarke Handys sind inzwischen durchaus in der Lage die ankommende Datenmenge zu verarbeiten, und auch entsprechende Geräte sind bereits auf dem Markt. Ist das kostspielige betreiben eines weiteren Funknetzes also überhaupt sinnvoll? Außerdem statten sich immer mehr Handynutzer mit modernen UMTS/HSDPA-Geräten aus, um auch unterwegs online zu sein. Zudem ist das noch schnellere LTE bereits auf dem Weg und soll ein Vielfaches an Geschwindigkeit liefern. In etwa auf dem Niveau schneller VDSL-Netze. Somit ist Fernsehen auch über diesen Weg vorstellbar.
Ein schwieriges Spannungsfeld in dem sich zukünftige Betreiber befinden könnten. Wie sollen sie potentielle Nutzer überzeugen? Werden Gebühren fällig – und ohne diese wird sich ein Modell kaum rechnen können –, warum dann nicht einfach zum kostenfreien DVB-T wechseln oder online auf Inhalte zugreifen? Ende 2008 sah sich das damalige Betreiberkonsortium schon einmal mit all diesen Fragen konfrontiert – und gab die Lizenzen an die Landesmedienanstalten zurück. Es bleibt also spannend und nebulös zugleich in Sachen HandyTV in Deutschland.
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