Jun 06
Wirtschaftsprüfer-Unternehmen bescheinigt DVB-H gute Zukunftschancen
Trotz der bisher zahlreichen Widerstände zur Etablierung von DVB-H in Deutschland, sieht das Wirtschaftsprüferunternehmen “Deloitte” den HandyTV-Standard als die Zukunftstechnologie für mobiles TV
Der Start des Übertragungsstandards für mobiles Fernsehen, DVB-H, läuft bekanntlich nicht ganz so glatt wie geplant. Zwar ist nun wenigstens in einigen wenigen Städten der Sendebeginn pünktlich zur EM gestartet, geplant war jedoch eine weit größere Abdeckung. Zudem drängten während dessen Alternativen auf den Markt.
HandyTV via UMTS ist schon viele Monate möglich. Allerdings eher als Streaminglösung. Kurz von der EM eröffnete sich zudem mit DVB-T noch eine weitere Möglichkeit zum Fernsehen auf dem Handy. Mit perfektem Timing stellte der Handyhersteller LG ein Modell vor, dass den Empfang des kostenlosen “Überallfernsehens” möglich macht. Fast alle großen Mobilfunkprovider erkannten die Chance und schnürten mit dem LG-Handy “EM-Pakete”, um das neue TV-Konzept den Kunden schmackhaft zu machen.
Warum HandyTV via DVB-H dennoch die Zukunft gehört
DVB-T wurde eher für lokalen TV-Empfang zu Hause konzipiert und nicht für mobile Endgeräte. Dies macht sich ggf. in Problemen beim Emfang unterwegs bemerkbar. Schlechter Empfang in Räumen, Störungen in Bewegung und asynchroner Empfang von Ton und Bild sind bekannte Probleme.
Dies ist ein Grund, warum “Deloitte” in der Studie “Mobile Entertainment” für DVB-H, trotz des schwierigen Starts in Deutschland, die besten Zukunftsperspektiven vergibt. Ein weitere Faktor ist, dass mit DVB-T keine vernünftigen Erlösmodelle für die Mobilfunkbetreiber möglich sind. Diese sind schließlich betrebt, mit HandyTV etwas zu verdienen. Mit dem kostenlosen DVB-T ist dies nicht möglich, es taugt maximal zur Steigerung der Vertragsabschlüsse.
Auch technisch hat DVB-H wesentlich mehr zu bieten. Gleichbleibende Bildqualität, keine Begrenzung der gleichzeitigen Nutzer in einer Funkzelle, wie bei UMTS zum Einen. Viel geringerer Stromverbrauch, Rückkanalfähigkeit in Kombination mit UMTS, Verschlüsselbarkeit für kostenpflichtige Premiumsender sind andere potenzielle Erfolgsfaktoren für DVB-H.
Erfolgsfaktoren für HandyTV
Wie schon andere Studien vorher, betont man auch bei “Deloitte” die üblichen Erfolgsfaktoren für die Etablierung von HandyTV. Z.B.:
- hochwertiger Empfang
- Möglichkeit der Verschlüssellung für bezalte Erlösmodelle
- Produktion von “made for mobile” TV-Formaten speziell für mobile Nutzung
- Rückkanalfähigkeit für interaktive Dienste und Nutzung
Besonders “made for mobile”, also extra für das Handy zugeschnittene TV-Formate, stellen unserer Meinung nach die größte Herausforderung für die Inhaltsprovider dar. Aufgrund des kleinen Bildes sind ruhige und detailarme Bilder besonders für HandyTV geeignet.
Erlösmodelle
Die wohl größte aller Fragen zum HandyTV der Zukunft kann auch die Studie nicht ganz beantworten. Die der Zahlungsbereitschaft der Kunden. Das wird die Zukunft zeigen. Bisher geht man im Schnitt von 5-10 Euro im Monat aus. Voraussetzung ist aber, so auch die Studie, einen echten Mehrwert zu bieten und diesen dem Nutzer auch zu kommunizieren. Wie schwierig das sein kann, zeigt sich am Beispiel von IPTV in Deutschland sehr gut…
Weiterführendes:
» mehr Infos zu HandyTV
» HandyTV-Verfügbarkeit
» HandyTV Anbieterübersicht
» DVB-T Handys
» DVB-H Handys
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Oktober 27th, 2008 at 15:26
Hi,
mein Bekannter hat ein DVB-T Handy und ist damit rund herum glücklich. Ich brauche es nicht und würde so wie er auch kein Geld für “TV-Dienste” am Handy ausgeben. Aber wer weiß, einige vielleicht schon…