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Digital Multimedia Broadcasting

Definition:

DMB steht für Digital Multimedia Broadcasting und ist ein Übertragungsverfahren für Multimediadienste (Radio, TV) an mobile Endgeräte, wie z.B. Handys und Smart Phones. Der von der Robert Bosch GmbH und dem Heinrich-Hertz-Institut entwickelte und in Korea bezüglich der Kodierung modifizierte Übertragungsstandard, baut auf DAB (Digital Audio Broadcasting) auf, einer Technologie, die von der Europäischen Union für die digitale Übertragung von Hörfunkprogrammen entwickelt wurde.

Technische Erläuterung:

DMB basiert technisch gesehen auf dem digitalen Übertragungsstandard DAB und erweitert diesen um Multimediadienste mit bewegten Bildern. Das Hauptziel des Eureka-147 DAB Übertragungsverfahren ist die Übertragung von qualitativ hochwertigen digitalen Audiosignalen über bestimmte zugewiesene Frequenzbereiche. Dabei werden zuerst die Audiodaten der zu übertragenden Programme mit dem Datenkompressionsverfahren MUSICAM  codiert und anschließend mit bestimmten Codec-Verfahren auf das qualitative Niveau einer Audio CD gebracht. Das revolutionäre am DAB Übertragungsverfahren ist  die Bündelung mehrerer Audiodatenströme zu einem sogenannten Ensemble. Im nächsten Schritt wird das Modulationsverfahren namens COFDM angewendet, welches das Ensemble digitalisiert und es weniger anfällig für Störungen macht.

Die technologische Entwicklung von mobilen Endgeräten und die Verbesserung von Kodierungs-verfahren haben zur Weiter-entwicklung des DAB Verfahrens geführt und die DMB Technologie hervor gebracht. DMB Multimediadienste können sowohl über Satellit (S-DMB) als auch über terrestrische Sendestationen (T-DMB) empfangen werden. Während im asiatischen Raum beide Übertragungsvarianten verfügbar sind, erfolgt der DMB Empfang in Europa ausschließlich über terrestrische Sendestationen. Das terrestrische DMB System verbessert das traditionelle DAB Verfahren bei der Daten- und Kanalkodierung. Die verwendete Datenkodierung komprimiert die Videosignale in kleinere Datenmengen als zuvor und die Kanalkodierung verleiht dem Ensemble noch mehr Robustheit gegenüber Störungen. Für die Datenkompression wird die MPEG-4 Technologie benutzt, welche ein weit verbreitetes Verfahren zur Video- und Audiodatenkompression ist. Mit MPEG-4 können Multimediainhalte mit bis zu 400 kbit/s übertragen werden.

Die Nettodatenrate der DMB Technologie liegt bei ca. 1,5 Mbit/s, somit können drei bis vier TV Programme sowie zusätzliche Audio und Datendienste übertragen werden. Mit den Audiokodierungsverfahren BSAC und AAC werden hohe Effizienzgrade erreicht, beide Verfahren dienen als Kompressionsschema für DMB. Für die verbesserte Kodierung des Ensembles werden sogenannte RS Codes als leistungsfähiges Kodierungsverfahren verwendet.


Anwendung für Handy TV:


Quelle: LG Presse - © LG V9000
Der technologische Grundstein für das mobile Fernsehen wurde bereits gelegt, jetzt liegt es an den Netzanbietern, interessante Geschäftsmodelle und letztendlich Handy TV Inhalte zu schaffen. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei, wie beim herkömmlichen Fernsehen, zwischen Free TV und Pay TV, wobei eine Kombination beider Erlösmodelle auch möglich ist. Ein gebührenfreies Handy TV Angebot das sich über Werbung finanziert, ist nur schwer realisierbar[1]. Dies hängt vor allem mit den Nutzungseigenschaften der Kunden zusammen. Da die Nutzungsdauer von HandyTV geringer ist als beim  herkömmlichen Fernsehen, ist die Akzeptanz für Werbespots eher gering. Am wahrscheinlichsten wird sich die Pay TV Finanzierung für Handy TV Inhalte durchsetzen. Der Kunde kann entweder eine Flatrate für bestimmte TV Inhalte für eine monatliche Pauschale erwerben oder für einzelne Sendungen, kurz Pay per View, bezahlen.

Über den Erfolg von HandyTV entscheidet wie immer der Nutzer. Interessante TV Inhalte, die dem herkömmlichen Fernsehen gleich kommen, erwarten die Endkunden von der HandyTV-Offensive der Netzbetreiber. Allerdings setzt das Medium Handy dem TV Angebot einige Beschränkungen auf. Dabei spielt die Größe des Displays eine wichtige Rolle. Darüberhinaus ist die Tonqualität entscheidend, die absehbar nicht mit der Qualität eines herkömmlichen Fernsehers konkurrieren kann. Daher müssen sich Anwendungen für das HandyTV an diese technischen Grenzen anpassen. Spielfilme mit vielen Details, wie z.B. Panorama Aufnahmen, sind eher ungeeignet für das wenige Quadratzentimeter große Handy Display.

Die Netzbetreiber sehen vor allem Musiksendungen, Nachrichtensendungen, Sportübertragungen, Quizshows, Gameshows und Serien als Erfolgsgarant für das mobile Fernsehen. Die erwähnten Möglichkeiten können problemlos auf ein HandyTV Format gebracht werden und es bedarf keiner weiteren Anpassung. Im Großen und Ganzen sind kurze TV Formate prädestiniert für die HandyTV Nutzung, angesichts des bereits großen Angebots an Lifestyle Sendungen im herkömmlichen Fernsehen, wie z.B. Koch- und Reisesendungen und Entertainment Shows im Comedy-, Quiz- und Gamessektor.

Vor- und Nachteile:

DMB hat sich bereits in Südkorea und China als Handy-TV-Übertragungsstandard durchgesetzt und hat seine Praxistauglichkeit bewiesen. Ein weiterer großer Vorteil gegenüber Konkurrenz Technologien ist die Tatsache, dass DMB auf DAB aufbaut und daher relativ geringe Investitionen in die Infrastruktur gemacht werden müssen. Des Weiteren kann das DMB Übertragungsverfahren eine unbegrenzte Anzahl von Teilnehmern gleichzeitig versorgen. Bei der Netzabdeckung liegt DMB mit ca. 80% vor vergleichbaren Konkurrenztechnologien und kann daher in kurzer Zeit flächendeckend ausgebaut werden. Ein wichtiges Kriterium für die Wirtschaftlichkeit von mobilen Anwendungen ist der Stromverbrauch, der bei DMB einen geringen Wert von nur 150 mW beträgt. Nachteilig wirkt sich die schwache Signalstärke von DMB aus, wodurch der Empfang von Handy TV Formaten in Gebäuden erschwert wird. Durch das geringe Frequenzspektrum ist die Anzahl der zu übertragenden Kanäle allerdings auf 20 begrenzt, welches eine erhebliche Schwachstelle darstellen könnte.

Ausblick:

DMB ist in Deutschland Geschichte! HandyTV via DMB wurde einige Zeit in Deutschland via "watcha" und den Vertriebspartnern Mobilcom, Simply und Debitel angeboten. DMB war ein relativ vielversprechender Übertragungsstandard für audiovisuelle Inhalte.

Auch mit ihm hätte Handy-TV evtl. zu einem lukrativen Geschäft für Netzbetreiber werden können. Leider hat sich der Betreiber MFD im April 2008 dazu entschlossen, die

Vermarktung u.a. "wegen mangelnder kommerzieller Perspektive" einzustellen. Dies dürfte wohl auch daran liegen, dass zwischenzeitlich der Standard DVB-H von der EU-Kommission als offizieller HandyTV-Standard gekürt wurde. Zudem fehlt der Rückkanal für moderne und interaktive Anwendungen im Zusammenhang mit mobilem TV. DMB findet dennoch große Verbreitung im asiatischen Raum.



Quellen:

- www.digitalradiotech.co.uk/dvb-h_dab_dmb.htm#DMB_Should_Replace_DAB

- de.wikipedia.org/wiki/Digital_Multimedia_Broadcasting

- Bild DMB/Ballon - Kollage aus: © DerSchmock & © Ljupco Smokovski - Fotolia.com

- [1] Goldhammer K., 2004, Mobile Media - Perspektiven und Finanzierung mobiler Mediennutzung. Berlin

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