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Digital Video Broadcasting - Handhelds


Definition DVB-H:

DVB-H steht für Digital Video Broadcasting - Handhelds und ist ein Übertragungsverfahren für audiovisuelle Multimediainhalte für mobile Endgeräte. DVB-H baut technisch auf dem weit verbreiteten DVB-T Standard auf, welcher für die digitale terrestrische Übertragung von Fernsehinhalten genutzt wird. DVB-H steht in direkter Konkurrenz zu DMB, ein weiterer Übertragungsstandard von Multimediainhalten an mobile Endgeräte.

Technische Erläuterung:

DVB-H nutzt die technischen Eigenschaften von DVB-T und erweitert diese durch bessere Videokompressionsverfahren und entsprechende, modernere Kodierungen. Beim DVB-T Standard wird das zu sendende Signal mit dem MPEG-2 Kompressionsverfahren komprimiert und in gleich großen Datenpaketen versendet. Ein MPEG-2 Datenstrom besteht aus TV-Inhalten, Audiosignalen und Zusatzdaten. Im nächsten Schritt wird das MPEG-2 Signal mit Hilfe von speziellen Modulationsverfahren nochmals komprimiert, um die Datenrate so gering wie möglich zu halten.

DVB-H ist speziell für den Empfang von Videoinhalten auf mobilen Endgeräten zugeschnitten. Für DVB-H wird das MPEG-4 Part 10 Kompressionsverfahren genutzt, welches gegenüber dem MPEG-2 Verfahren, das bei allen anderen DVB-Standards verwendet wird, bessere Kompressionseigenschaften hat.

Durch die verbesserte Kompression kann eine Nettodatenrate von bis zu 9 Mbit/s erreicht werden, wodurch ca. 20 TV Programme sowie weitere Datendienste übertragen werden können. Eine weitere wichtige Erneuerung ist die Verwendung des so genannten Time Slicing Verfahrens. Bei der Nutzung von DVB-T wird grundsätzlich der gesamte Datenstrom nach dem Empfang dekodiert. Dies würde die Akkukapazität des mobilen Endgerätes zu sehr belasten. Das Time Slicing Verfahren nutzt das periodische Senden des TV Signals aus. Während Empfangspausen schaltet sich der Empfänger im mobilen Gerät kurzzeitig ab, wodurch Strom gespart wird und der Stromverbrauch auf unter 100 mW gesenkt werden kann. Ein Fehlerschutz System verbessert darüber hinaus die Zuverlässigkeit der gesendeten Signale und beugt Störungen vor. Das IP-Datacast Verfahren erweitert die DVB-H Technologie um die Nutzung des Internet Protokolls. Mit diesem Verfahren kann ein Rückkanal via UMTS hergestellt werden, wodurch es dem Kunden ermöglicht wird, interaktive Dienste zu nutzen. Die Übertragung von DVB-H Signalen kann über das UHF-, VHF- und das L-Band erfolgen und hat somit ein großes Frequenzspektrum.


DVB-H - Anwendung für Handy TV:


Quelle: © Nokia 2008 Presse - N92
Der technologische Grundstein für das mobile Fernsehen wurde bereits gelegt, jetzt liegt es an den Netzanbietern, interessante Geschäftsmodelle und letztendlich Handy TV Inhalte zu schaffen. Grundsätzlich unterscheidet man hierbei wie beim herkömmlichen Fernsehen zwischen Free TV und Pay TV, wobei eine Kombination beider Erlösmodelle auch möglich ist. Ein gebührenfreies Handy-TV-Angebot, das sich über Werbung finanziert, ist nur schwer realisierbar[1].

Dies hängt vor allem mit den Nutzungseigenschaften der Kunden zusammen. Da die Nutzungsdauer von Handy-TV geringer ist als beim  herkömmlichen Fernsehen, ist die Akzeptanz für Werbespots eher gering. Am Wahrscheinlichsten wird sich die PayTV Finanzierung für HandyTV Inhalte durchsetzen. Der Kunde kann entweder eine Flatrate für bestimmte TV Inhalte für eine monatliche Pauschale erwerben oder für einzelne Sendungen, kurz Pay per View, bezahlen.

Über den Erfolg von Handy-TV entscheidet wie immer der Nutzer. Interessante TV Inhalte, die dem herkömmlichen Fernsehen gleich kommen, erwarten die Endkunden von der Handy-TV-Offensive der Netzbetreiber. Allerdings setzt das Medium Handy dem TV-Angebot einige Beschränkungen auf. Dabei spielt die Größe des Displays eine wichtige Rolle. Darüber hinaus ist die Tonqualität entscheidend, die absehbar nicht mit der Qualität eines herkömmlichen Fernsehers konkurrieren kann. Daher müssen sich Anwendungen für das Handy-TV an diese technischen Grenzen anpassen. Spielfilme mit vielen Details, wie z.B. Panorama Aufnahmen, sind eher ungeeignet für das wenige Quadratzentimeter große Handy Display. Die Netzbetreiber sehen vor allem Musiksendungen, Nachrichtensendungen, Sportübertragungen, Quizshows, Gameshows und Serien als Erfolgsgarant für das mobile Fernsehen. Die erwähnten Möglichkeiten können problemlos auf ein Handy-TV-Format gebracht werden und es bedarf keiner weiteren Anpassung. Im Großen und Ganzen sind kurze TV Formate prädestiniert für die Handy-TV Nutzung, angesichts des bereits großen Angebots an Lifestyle Sendungen im herkömmlichen Fernsehen, wie z.B. Koch- und Reisesendungen und Entertainment Shows im Comedy-, Quiz- und Gamessektor.


Vorteile und Nachteile von DVB-H:

Durch die Nutzung des DVB-T Frequenzbereichs können bis zu 20 TV Programme mit dem DVB-H Standard empfangen werden. Darüber hinaus kann durch das IP Datacast Verfahren ein Rückkanal geschaffen werden, welcher dem Kunden interaktive Dienste bietet.

DVB-H Signale können auch noch bei hoher Geschwindigkeit von bis zu 220 km/h problemlos empfangen werden. Nachteilig wirkt sich das noch nicht flächendeckende DVB-T Netz aus.

Bild: © diego cervo - Fotolia.com

Da DVB-H auf diesem Netz aufbaut, müssen für eine flächendeckende Nutzung weitere Sendemasten aufgebaut werden und somit erhebliche Investitionen auf Seiten der Netzbetreiber geleistet werden. Wie auch von Konkurrenz-Standards bekannt, ist der Empfang von DVB-H Signalen in Gebäuden störanfällig und kann nur durch zusätzliche Sender bewältigt werden.


Ausblick:

DVB-H wird von der EU als Übertragungsstandard von TV Inhalten für mobile Endgeräte favorisiert. Somit sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, dem DVB-H Standard besondere Aufmerksamkeit zu schenken, auch wenn vor allem Deutschland, England und Holland Technologieneutralität fordern. Aufgrund der technischen Überlegenheit des DVB-H Standards gegenüber Konkurrenz-Verfahren, gehen Experten davon aus, dass sich DVB-H langfristig durchsetzen wird. Dies liegt vor allem an der hohen Datenrate, wodurch viele Programme übertragen werden können.

Übersicht und Anbieter DVB-H-fähiger Handys

Um DVB-H am Handy nutzen zu können, benötigen Sie, falls nicht vorhanden, ein speziell dafür taugliches Handy. Mit Vertrag sind diese Modelle wie gewöhnlich meist ab einem Euro zu haben. Vergleichen Sie hier alle aktuellen Modelle und finden das günstigste Angebot.
» DVB-H Handys Übersicht und Anbieter



Quellen:

-3sat Neues

-http://de.wikipedia.org/wiki/DVB-H

-www.pcwelt.de/start/mobility_handy_pda/handy/news/138388/

-Bild Sendemast: © gourmecana - Fotolia.com

-[1] Goldhammer K., 2004, Mobile Media - Perspektiven und Finanzierung mobiler Mediennutzung. Berlin

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